"Enterprise"-Absetzung: Braga hält eine Pause für notwendig
Bei einem seiner letzten Vorträge am Claremont McKenna College in Los Angeles kam Executive Producer Brannon Braga auch auf die Absetzung von "Star Trek: Enterprise" zu sprechen und erzählte, dass diese Absetzung möglicherweise das Ende von "Star Trek" in nächster Zeit einläutet und dass dies dem Franchise eher zu Gute kommt.
"Nach 18 Jahren ununterbrochener Ausstrahlung und ungefähr 750 Episoden [eigentlich sind es eher 705 Episoden], beendet 'Star Trek' nun seine Laufzeit. Was an sich eine gute Sache ist. Es braucht eine Pause," erzählte Braga den ungefähr 200 Zuhörern. "Ich weiß nicht, für wie lange. Ich kann das nicht entscheiden, Paramount muss das entscheiden. Es könnten einige Jahre sein, es könnten acht Jahre sein, ich weiß nicht. Aber es ist erst einmal vorbei."
Für Braga hat dies aber auch etwas gutes an sich. "Ich sehe es nicht als Absetzung, ich sehe es eher als Reifeprozess."
Natürlich sucht der Produzent auch nach Gründen für das Ende von "Star Trek" im Fernsehen, und scheint auch welche gefunden zu haben. "Ich denke, die Leute haben einfach genug von 'Star Trek' gesehen", sagte er. "Man stelle sich vor - 750 Episoden. Selbst wenn diese letzte Episode von 'Enterprise' die beste Episode wäre, die jemals für 'Star Trek' gemacht wurde, dann ist es immer noch die 751. Man kommt einfach an einen Punkt, wo man eine Pause braucht, und die Leute haben genug gesehen und sie haben genug ihrer Zeit und ihres Lebens 'Star Trek' gewidmet. Die Leute, die 'Next Generation' geschaut haben, waren damals zum größten Teil im College und haben jetzt Familien und sind Mitte 40 oder Ende 30. Sie schauen nicht mehr so viel fern. Sie hatten ihr 'Star Trek'".
"Ich werde nicht hier stehen und sagen, dass die Qualität der Serie abgenommen hat - ich glaube nicht, dass dem so ist - ich denke nur, dass es zu viel davon gibt."
Braga beschrieb die Stimmung am Set nach der Absetzung als "bittersüß", da man bereits sehr lange zusammen gearbeitet hat. "Eine Menge Leute haben für die Serien ganze 18 Jahre gearbeitet, und sie sind eine richtige Familie - ich denke, das erklärt die beständige Qualität der Show, die Art, wie sie aussieht, die Art, wie sie geschrieben ist", sagte er. "Die Leute wussten, was kommen wird. Wir haben die Tatsache nicht verheimlicht. Es war sehr wahrscheinlich, dass die Serie enden wird. Deshalb war die Reaktion auch kein Schock, aber Enttäuschung darüber, das wir kein weiteres Jahr oder zwei bekommen haben."
"Es ist eine bittersüße Zeit für mich, weil ich nahezu die Hälfte meines Leben mit dem 'Star Trek'-Franchise zugebracht habe und enorm viel darin investiert habe, und es war eine wirklich interessante Reise."
Da das Thema des Vortrages aber eigentlich "Die Philosophie von 'Star Trek'" lautete, nutzte Braga natürlich die Gelegenheit, um auch darüber zu sprechen. "Gene Roddenberrys Erfindung war eine Zukunft, in der jeder - Gott bewahre - mit jedem auskommt. Sie zeigt eine Zukunft, in der die Menschheit es geschafft hat. Die Erde ist ein Paradies, es gibt keine Konflikte mehr - Armut und Kriege gehören der Vergangenheit an. Und so langweilig wie das als Fernsehserie klingen mag, ist es doch sehr verlockend, einzuschalten. Es ist ein Ort, an dem man sein möchte, es ist ein Ort, an dem man gern seine Enkelkinder haben möchte - man würde gern diese Leute um sich haben."
"Eine der wichtigsten Aspekte der Serien, die Gene Roddenberry aufgestellt hat, war dieses 'Unendliche Vielfalt in unendlichen Kombinationen'-Konzept, das besagt, egal wer du bist, welche Hautfarbe du hast oder was auch immer deine Unzulänglichkeiten sind, du hast einen Platz in dieser Welt."
Und wie sehen die Zukunftspläne für "Star Trek" aus? "Soweit ich weiß, gibt es keine - wenn es ums Fernsehen geht. Ich weiß, dass ein Kinofilm in Entwicklung ist. Ich weiß aber gar nichts darüber, ich bin nicht daran beteiligt. Ich weiß nicht, wann er das Licht der Welt erblicken wird. Aber in Sachen Fernsehen würde ich nicht erwarten, viel von 'Star Trek' für eine ganze Weile zu hören."
Braga arbeitet aber an einem neue Fernsehprojekt, einen Pilotfilm für eine potentielle Science Fiction Serie für CBS mit dem Namen "Threshold". "Es ist eine zeitgenössische Serie, die in der heutigen Zeit spielt. Darin kommt eine Frau vor, die Problemanalytikerin in einer Denkfabrik ist, die den Auftrag hat, die Möglichkeit einer Ankunft von außerirdischen Leben zu untersuchen." Er bestätigte, dass "Threshold" auch der Name einer "Star Trek: Voyager"-Episode ist - "die schlechteste Episode, die ich je bei 'Star Trek' geschrieben habe", sagte er lachend. "Es ist ein Zufall!"
Quelle: StarTrek.com
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